Was du denkst prägt deinen Tag

Morgen. Der Wecker klingelt. Du bist noch müde und siehst vor deinem geistigen Auge den vollen Terminkalender. Nicht alle Einträge sind erfreulich. Noch vor dem Aufstehen beklagst du innerlich, was für ein Tag dir bevorsteht. Am liebsten würdest du dich umdrehen, dem Tag sprichwörtlich den Rücken zudrehen. Natürlich tust du es nicht, sondern stehst pflichtbewusst auf.

Du stehst unter der Dusche, merkst erst zu spät, dass das Duschmittel alle ist. Du erinnerst dich an dein Gefühl noch im Bett und siehst es bestätigt. Dass danach just Wasser nachgefüllt und Trester geleert werden muss bei der Kaffeemaschine, ist Wasser auf die Mühlen des Gejammers. Innerlich klingt es:

Ist ja klar. Das passiert immer mir. Ich habe das wohl verdient.

Du gehst aus dem Haus, der erste Termin steht an, danach gleich der zweite, vor dem dritten merkst du, dass du Unterlagen zu Hause vergessen hast. Innerlich klingt es:

Nicht mal richtig packen kann ich. Das wird ein Fiasko.

Es läuft doch alles relativ gut, du schaffst es sogar in die Yogastunde am Abend. Aber Mist. Ausgerechnet heute sind Armbalancen dran. Die magst du gar nicht. Das musste ja so kommen, wäre ja zu schön gewesen, die Stunde wäre einfach nett und flockig gewesen und hätte dir gut getan.

Was für ein Tag. Aber: Er hätte auch anders aussehen können:

Morgen. Der Wecker klingelt. Du bist noch müde und siehst vor deinem geistigen Auge den vollen Terminkalender. Du siehst die Sonnenstrahlen durch die Ritzen der Läden dringen, Vögel zwitschern. Du freust dich, dass endlich Frühling ist. Der Tag wird zwar nicht nur toll, aber am Ende steht eine schöne Yogastunde. Also stehst du – noch etwas eingrostet – auf und wankst unter die Dusche.

Das warme Wasser läuft über denen Körper, weckt dich auf. Zwar musst du nochmals raus, um ein neues Dusch-Gel zu holen, aber du freust dich auf neue Duftwelten. Dann sitzt du am Frühstückstisch, die warme Tasse mit duftendem Kaffee in den Händen, lässt die Gedanken schweifen, geniesst die Ruhe vor dem alltäglichen Sturm. Und du sagst dir:
Ich pack das!

Du gehst aus dem Haus, der erste Termin steht an, danach gleich der zweite, vor dem dritten merkst du, dass du Unterlagen zu Hause vergessen hast. Aber du weißt, dass du dich gut vorbereitet hast, du sagst dir:
Das wird schon werden.

Es läuft doch alles relativ gut, du schaffst es sogar in die Yogastunde am Abend. Das Thema sind Armbalancen – genau das, was du immer eher meidest, weil es deine Schwäche ist, aber: Du probierst es aus und siehe da: Du hältst die Krähe und die Nase bleibt heil. Was für ein Hochgefühl.

Auch das wäre eine Möglichkeit für den exakt gleichen Tag. Zu rosa gemalt? Ich denke nicht. Unsere Gedanken prägen unser Empfinden. Wie wir die Dinge einstufen, so prägen diese unser Gefühl fürs Sein. Wie sollte ein Tag gut werden, wenn wir ihn von vornherein schlechtreden?

Keiner sagt, jeder Tag sei wunderbar und locker flockig, nein, viele haben ganz viele Hürden, Hindernisse und auch Mist. ABER: Sie haben bestimmt auch viel Anderes. Wir müssen es nur sehen. Das Doofe bleibt dabei doof, aber die Sicht aufs Gute hilft, das Doofe mitzutragen, es überhaupt zu ertragen und dabei sicher zu sein:

Das Leben ist schön!

Und ab und an entwickelt sich etwas, das vorher doof erschien, sogar zu einem Hochgefühl. Wenn wir nur offen dafür sind.

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