7. Februar

„Mitleid ist die wahre Grundlage des Charakters.“ (Anatole France)

Wir laufen durch die Strassen und sehen einen Bettler. Vielleicht werfen wir ihm etwas in seinen Becher, weil er uns leid tut. Einfach eine „gute Tat“? Weil wir „gute Menschen“ sind? Oder steckt mehr dahinter? Vielleicht können wir uns vorstellen, wie es ist, da zu sitzen? Vielleicht fühlen wir mit ihm, fühlen seinen Schmerz, fühlen sein Leid? Vielleicht wissen wir tief drin, dass er im Kern ist wie wir. Auch er hätte gerne ein Leben ohne Leiden, auch er wäre gerne glücklich. Und er hätte es genauso verdient wie wir – wie wir alle.

Und tief drin wissen wir, dass es nicht gerecht ist, dass die einen nichts und die anderen viel haben. Und wir wissen, dass es unsere Pflicht ist, zu helfen, zu teilen, zu versuchen, das Leid der anderen zu mindern, sofern wir es können.

Worauf würde ein Sinn für Gerechtigkeit fussen, wenn nicht auf dem Gefühl, dass wir alle verbunden sind, dass wir alle gleiches wollen und suchen – und verdienen? Worauf, wenn nicht auf Mitgefühl?

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*Mitleid wird hier synonym für Mitgefühl verwendet

 

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