Das Leben annehmen in seiner Vollkommenheit

Wandelt sich rasch auch die Welt
wie Wolkengestalten,
alles Vollendete fällt
heim zum Uralten.

Über dem Wandel und Gang
weiter und freier
währt noch Dein Vor-Gesang,
Gott mit der Leier.

Nicht sind die Leiden erkannt,
nicht ist die Liebe gelernt,
und was im Tod uns entfernt,

ist nicht entschleiert.
Einzig das Lied überm Land
heiligt und feiert.

(Rainer Maria Rilke)

 

Die Welt im ständigen Wandel, wir rennen hinterher. Wir übersehen, was immer da ist, was in seiner Vollendung immer gleich bleibt. Wir verschliessen die Augen vor unserem Leid, rennen davor weg. Wir haben nicht gelernt zu lieben und wir meiden den Tod. So verneinen wir all das, was das Leben ausmacht: Leiden, Liebe, Tod – ohne sie ist kein Leben.

So leben wir nicht wirklich, sondern lassen uns treiben mit dem Wandel der Welt, und hören nicht die immerwährende Melodie des Lebens, die von der Vollkommenheit singt, die in und um uns ist. Wir müssten sie nur sehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s