Demut

„Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken.“ Matthieu Ricard

Wenn jeder Mensch ein wenig mehr Demut an den Tag legen würde, wäre die Welt ein angenehmerer Ort. Wir sind alle Teil eines grossen Ganzen, das in jedem von uns angelegt ist. Wie viel grösser ist dieses Ganze als der kleine Teil, den wir „Ich“ nennen? Was blasen wir uns also so auf?

Mit mehr Demut kämen mehr Dankbarkeit, Liebe und Mitgefühl in die Welt, das Glück folgte auf dem Fusse… was wollte man mehr?

2 Kommentare zu „Demut

  1. Liebe Sandra
    … vom Gefühl der eigenen Wichtigkeit frei sein…? Ich bin mir da nicht so sicher. Ich bin für mich der wichtigste Mensch oder zumindest sollte ich danach streben. Ich kann mich von allen befreien, nur von mir nicht. Demzufolge muss ich in allererster Linie darauf achten, es mir recht zu machen, mich zu mögen, ja zu lieben. Das kann ich im tiefsten Wesen nur dann, wenn ich mir wichtig bin. Genauso wie mir auch die anderen Menschen wichtig sind, die ich liebe. Demut sehe ich als die Haltung oder das Bewusstsein, dass alles auch ganz anders sein kann, als ich es mir vorstelle. Demut als Verstand des Herzens. Demut in diesem Sinne wäre, wie es Erich Fromm schreibt, die Entwicklung hin zur Überwindung des eigenen Narzissmus oder der Weg von der Selbstsucht zur Selbstliebe. Ich glaube nicht, dass wir uns aufblasen, wenn wir uns als Mittelpunkt und Architekt unserer eigenen Welt und Wirklichkeit sehen. Uns in Demut wichtig nehmen, das scheint mir durchaus erstrebenswert.
    Mit einem lieben Gruss
    Peter

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Peter
      Ich stimme deiner Sicht zu: Wir sind in unserer Wahrnehmung das Zentrum unserer Welt(-sicht). Alles, was wir erleben, sehen, tun, entsteht um uns herum. Um uns in dieser Welt bewegen zu können, ist es durchaus wichtig, sich als Akteur zu sehen, dieses Ich als treibende Kraft, als interagierende Kraft wahrzunehmen. Und als solche sind wir wichtig und sollten uns selber wichtig sein, da wir nur so auch in der Lage sind, Beziehungen einzugehen, auf andere Menschen einzugehen, sie wichtig zu nehmen, gar zu lieben.

      Und doch: SInd wir wirklich der Nabel der Welt? Betrachtet man die Welt von aussen, sind wir ein ganz kleiner Teil davon. Und wir sind als dieser kleine Teil abhängig von der ganzen Welt und nicht etwa sie von uns. Manchmal kann es helfen, sich in grösseren Relationen wahrzunehmen, um sich nicht zu überschätzen, um nicht alles auf sich zu beziehen, um die eigenen Belange auch im Zusammenhang des grossen Ganzen zu sehen und damit etwas relativieren zu können.

      So würde ich den Satz von Ricard verstehen wollen. Nicht absolut, sondern nur als ab und an eingenommene Sicht auf die eigene Relativität.

      Liebe Grüsse
      Sandra

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