Was ist Philosophische Begleitung / Philosophisches Coaching?

  • Wo stehe ich im Leben?
  • Wie will ich leben?
  • Was kann ich dafür tun?
  • Was für ein Mensch bin ich?
  • Bin ich der Mensch, der ich sein kann?

Wenn wir im Leben anstehen, fühlen wir uns oft richtig aus der Bahn geworfen an: Wir sind vom Weg abgekommen, etwas ist in Unordnung geraten. Was wir anstreben, ist Ordnung, ist ein Leben, das wir als gelingendes, als rundes, stimmiges bezeichnen für uns. Nur sehen wir den Weg dahin oft nicht.

Wir können uns das Leben wie ein Pult vorstellen. Wenn sich Blättergeigen türmnen, alles drunter und drüber liegt, finden die einen gar nichts mehr, für die anderen ist das erst der passende Arbeitsplatz. Wir haben unterschiedliche Ansprüche an eine für uns passende Ordnung, so dass wir zuerst die Unordnung analysieren und feststellen müssen, was wir selber unter Ordnung verstehen – und wieso wir das so sehen. Hier setzt die Philosophische Begleitung, das Philosophische Coaching an:

Dein Leben scheint gerade aus den Fugen? Du hast keine Kraft mehr, fühlst dich am falschen Platz, bist von deinem Partner verlassen worden oder weißt nicht, ob du gehen sollst? Ein lieber Mensch liegt im Sterben oder du erlebst dein Leben schlicht nicht als sinnvoll? Du hast viele Fragen und wenige Antworten? Du weißt nicht, wie mit einer Situation umgehen oder wie zu einer Entscheidung zu gelangen? Du sehnst dich nach Ordnung, doch überall siehst du nur Chaos?

Am Anfangt steht deine Erzählung: Was in deinem Leben bereitet dir Sorgen? Wo stehst du an? Zusammen versuchen wir, im Dialog weiter und tiefer zu gehen, prüfen deine Geschichte von allen Seiten. Das kann zu neuen Perspektiven führen, auch neue Wege zeigen. Wichtig dabei ist, dass wir auf Augenhöhe kommunizieren. Deine Situation ist einzigartig, weil du es bist. Da hilft keine vorgefertigte Methode oder Anleitung. Dein individuelles Problem verdient eine massgeschneiderte Lösung. Und ich werde dich auf dem Weg begleiten, diese zu finden und umzusetzen.

Philosophisches Coaching kann helfen bei

  • Entscheidungsunsicherheiten
  • Burnouttendenzen
  • Scheidung
  • Verluste
  • Tod
  • Umbrüche im Leben
  • Psychische Belastungen

Behandelt werden Lebensthemen wie

  • Wie will ich leben?
  • Was bin ich für ein Mensch?
  • Wie lebe ich Beziehungen?
  • Was ist ein gelingendes Leben?
  • Was kann ich tun?
  • Was schulde ich anderen?
  • Was schulde ich mir selber?
  • Was ist Glück?
  • Wie kann ich mehr Freude in mein Leben bringen?
  • Wie komme ich zu mehr Gelassenheit?
  • Wie kann ich vergangene Wunden heilen?
  • Wie entwickle ich mehr Resilienz?

Zum Angebot: Philosophische Begleitung / Philosophisches Coaching

Was ist eine Philosophische Praxis?

Die Philosophische Praxis ist ein Raum des Gesprächs und des Nachdenkens. Es ist ein Nachdenken über das eigene Selbst, die aktuellen Lebensumstände, Beziehungen zu anderen Menschen und vieles mehr. Oder, um es mit Kant zu sagen:

  1. Was kann ich wissen?
  2. Was soll ich tun?
  3. Was darf ich hoffen?
  4. Was ist der Mensch?

Wenn sich das Leben von einer schwierigen Seite zeigt, Fragen belasten, Konflikte in der Luft hängen, kann die Philosophische Praxis wirksam werden. In philosophischen Gesprächen begegnen wir den Herausforderungen des Lebens, schauen aus verschiedenen Perspektiven auf dieses Leben und seine Umstände, auf unseren Platz darin und unseren Anteil daran. Nie geht es dabei um Belehrungen oder gar Anleitungen zum richtigen Leben. Es geht um einen Austausch, der dazu dient, individuelle Wege zu finden, das eigene Leben als ein gutes und stimmiges Leben führen zu können.

In einer Philosophischen Praxis begegnen wir einander auf Augenhöhe, es ist immer ein gegenseitiges Weiterkommen und von einander Lernen. Die Philosophische Praxis sieht den Menschen als Ganzes in seinem Umfeld. Er sieht ihn nicht als kranken Menschen, den es zu therapieren gilt, sondern in seiner Individualität mit seinen Stärken, Möglichkeiten und Fähigkeiten. Es gilt, diese zu stärken, sie wirksam werden zu lassen, um so das Leben leben zu können, das passt, der werden zu können, der man eigentlich ist.

Philosophisches Denken bewegt sich nie in eingefahrenen Bahnen, es liefert auch keine pfannenfertigen Lösungen, die man auf alle Menschen gleichermassen anwenden kann. Vielmehr ist es ein immer wieder neues Suchen nach Antworten auf drängende Fragen, wobei die Antworten für jeden Menschen andere sein können. Das Philosophische Denken verlässt Denkroutinen, provoziert auch mal gerne, um so zu neuen Erkenntnissen zu kommen.
Zentrale Punkte der Philosophischen Praxis sind

  • Verstehen und verstanden werden: Wer bin ich, wie gehe ich mit mir und meinem Umfeld um, was kann ich tun und wo will ich hin?
  • Die Entdeckung der eigenen Kreativität, verstanden als Fähigkeit bewusst wahrzunehmen, was ist, und darauf antworten zu können.
  • Die Entwicklung von Resilienz: Wie kann ich die zur wirklichen Situation angemessene Haltung bewahren und innerlich stark und ausgeglichen bleiben?
  • Die Entdeckung der eigenen Selbstwirksamkeit: Was liegt in meiner Hand, was kann ich bewirken?

Eine Philosophische Praxis richtet sich an Einzelne ebenso wie an Gruppen, sie kann individuelle Beratung sein, aber auch Unternehmen oder Organisationen beraten.

Angebote

  • Philosophische Begleitung
  • Yoga
  • Achtsamkeitstraining
  • Buddhistische Psychologie
  • Philosophische Cafés
  • Philosophische Gespräche (östliche und westliche Philosophie)
  • Vorträge / Seminare / Workshops

Zum Angebot: Philosophische Praxis

Die Kraft des Schreibens (Journaling)

Das irgendwann als langweilig empfundene Tagebuchschreiben ist dem heute modernen Journaling gewichen. Was geblieben ist, ist der positive Effekt, den das Schreiben für das eigene Leben haben kann.

Ich habe eine Zeit lang das gemacht, was man expressives Schreiben nennt: ich schrieb ohne gross nachzudenken, ohne den Stift je abzusetzen, drauf los und war immer selber überrascht, was dabei rauskam. Diese Art des Schreibens hat mir viel gezeigt, das mir nicht wirklich bewusst war, das aber doch in der Tiefe verborgen lag. Heute bin ich dazu übergegangen, gezielter vorzugehen:

Ich schreibe strukturierter, nutze spezifische Fragen, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Ich versuche, Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, Situationen zu analysieren. Schreiben hilft mir, mir selber auf den Grund zu gehen, meine Muster und Verhaltensweisen besser verstehen zu lernen und gegebenenfalls neue Wege zu finden, in ähnlichen Situationen anders zu reagieren.

Eine Übung, die ich seit einiger Zeit regelmässig mache, sind die Gedanken zum Tagesabschluss. Vor allem das Nachdenken  darüber, wofür ich an diesem Tag dankbar bin, hat mir über die Zeit hinweg geholfen, allgemein eine positivere Sicht aufs Leben zu entwickeln. Es gibt an jedem Tag viel, wofür wir dankbar sein können – wir müssen es nur sehen.

Legen wir los:
Was braucht es zum Journaling? Eigentlich nichts ausser einem Stift, einem Notizbuch und etwas Zeit. Ich mach es mir gerne mit einer Tasse Tee gemütlich, zünde eine Kerze an, um mich mit diesem Ritual aufs Schreiben einzustimmen. Was ich auch mag, sind schöne Notizbücher, da dann der Anreiz, es in die Hand zu nehmen, noch grösser wird. Und schon kann es losgehen.

Im folgenden stelle ich drei unterschiedliche Möglichkeiten fürs Journaling vor:

Start in den Tag
Stelle den Wecker 10 Minuten früher und mach es dir mit deinem Journal bequem. Wenn noch etwas aus der Nacht nachhängt, schreib es auf, dann starte mit den Tagesgedanken:

  • Was erwartest du vom heutigen Tag?
  • Was wünschst du dir für den heutigen Tag?
  • Was kannst du tun, dass es für dich ein guter Tag wird?

Ausklang des Tages
Mache es dir mit deinem Journal bequem und lasse den Tag Revue passieren:

  • Was ist dir heute gut gelungen?
  • Was ist dir heute nicht gut gelungen?
    • Was ist passiert?
    • Wie kam es dazu?
    • Wie hast du dich dabei gefühlt?
    • Was könntest du tun, dass das so nicht nochmals passiert?
    • Wie kannst du dir verzeihen?
  • Für welche drei Dinge bist du heute dankbar?

Fragen ans Leben
Es gibt immer wieder Zeiten, in denen das Leben nicht rund läuft. Gerade in Krisen kann ein Journal eine gute Stütze sein, weil man sich beim Schreiben intensiver mit allem auseinander setzt. Das kann auf den ersten Blick auch Angst machen, da man gerade die negativen Gefühle eher meiden will, statt noch drin rumzustochern. Nur: Negative Gefühle gehen nicht einfach weg. Wenn du dich ihnen nicht stellst, werden sie um Unterbewussten ihr Unwesen treiben und dir das Leben schwer machen.

Fragen bei einer Lebenskrise

  • Was belastet mich?
  • Wie kam es zu dieser Krise? Was war der Auslöser?
  • Was genau ist schwer für mich dabei?
  • Welche Gefühle habe ich?
  • Wie spüre ich sie im Körper?
  • Was ist mein Anteil an der Krise?
  • Kann ich aus dieser Krise etwas lernen?
  • Was könnte mir nun in der Situation helfen?
  • Schaffe ich das alleine oder kann mir jemand helfen?

Fragen bei Auseinandersetzungen

  • Was ist passiert?
  • Wie kam es dazu?
  • Wie fühlte ich mich in der Auseinandersetzung?
  • Wo spürte ich die Gefühle im Körper?
  • Wie fühle ich mich jetzt nach der Auseinandersetzung?
  • Was war mein Anteil an der Auseinandersetzung?
  • Was genau traf bei mir einen wunden Punkt?
  • Woher habe ich diesen wunden Punkt?
  • Hätte ich besser reagieren können?
  • Kann ich mir und dem anderen verzeihen? Was brauche ich dazu?
  • Was hilft mir jetzt, um mich besser zu fühlen?

Durch diese Fragen ist nicht automatisch alles wieder gut, auch sind nicht alle negativen Gefühle einfach weg. Das Schreiben kann aber helfen, sich der eigenen Gefühle bewusster zu werden und zu lernen, besser damit umzugehen. Es kann dabei helfen, Gefühle anzunehmen, statt sie nur zu verdrängen. Nur angenommene Gefühle kann man verarbeiten und gestärkt weiter gehen.

Kreativität leben

Jeder Mensch ist kreativ

„Kreativtität ist die Fähigkeit zu sehen (oder bewusst wahrzunehmen) und zu antworten.“ (Erich Fromm)

Jeder Mensch ist kreativ, nur haben wir oft den Zugang zu unserer Kreativität verloren. Festgefahren in Routinen oder vorgefassten Meinungen reagieren wir auf Situationen, statt aktiv hinzusehen, was ist und dann aktiv etwas zu tun.

Im bewussten Wahrnehmen dessen, was ist, steckt die Möglichkeit, Neues zu schaffen – sei es im eigenen Verhalten (quasi als Lebenskunst) oder in Form eines (künstlerischen) Werkes.

Die eigene Kreativität wieder zu entdecken, heisst, sein eigenes Leben wieder aktiv in die Hand zu nehmen und sich und die in sich angelegten Fähigkeiten und Möglichkeiten zu entwickeln. Es heisst, wieder bewusst hinzusehen, was ist und entsprechend zu handeln. Das hilft uns auch im Umgang mit anderen Menschen, da wir sie wieder offen sehen, nicht durch unsere eigenen Projektionen verstellt.

Wenn der Weg zur inneren Kreativität versperrt ist, dann sind wir wie die Menschen in Platons Höhlengleichnis: Wir sehen nur die Schatten und halten sie für die Welt. Damit beschneiden wir uns selber in unseren Möglichkeiten und unserem Sein, aber auch unsere Sicht auf die Welt und unseren Umgang damit. Spätestens wenn wir das merken oder gar darunter leiden, sollten wir das Licht suchen und den Weg zur eigenen Kreativität freischaufeln.

(Buchtipp: Erich Fromm: Der kreative Mensch)