28. März

„Man wirft den Menschen immer vor, daß sie ihre Mängel nicht erkennen. Noch weniger aber kennen sie ihre Stärken. Sie sind wie das Erdreich. In vielen Grundstücken sind Schätze verborgen, aber der Besitzer weiß nichts von ihnen.“ (Jonathan Swift)

„Ich bin nicht gut genug.“, „Das schaffe ich nie!“, „Ich kann nicht singen.“, „Ich bin zu schüchtern.“

Wer hat sich nicht schon vorgeworfen, was er alles nicht kann? Wer noch nicht mit sich und seinen Schwächen gehadert? Wie oft aber kommt es vor, dass wir vor den Spiegel stehen und finden

„Ich bin gut.“, „Ich gefalle mir!“, „Wenn ich es will, schaffe ich es.“?

Niemand kann alles, doch jeder hat seine Talente und Fähigkeiten. Statt also ständig auf dem rumzureiten, was (vermeintlich?) nicht geht, wäre es viel sinnvoller, dir vor Augen zu führen, was du alles kannst und das zu leben. Daraus könntest du dir gegenüber eine positivere Haltung entwickeln und irgendwann auch den Mut, deine vorgefassten Glaubenssätze über deine Mängel in Frage zu stellen – und einfach mal zu probieren, wovon du dachtest, es nicht zu können.

Erich Kästner: Sachliche Romanze

Erich Kästner (1899 – 1974)

Sachliche Romanze*

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schliesslich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend sassen sie immer noch dort.
Sie sassen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.

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Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedicht, wenn man liebt oder wenn die Liebe gestorben ist

Ein traurig-schönes Gedicht über das Sterben einer Beziehung. In leisen Tönen, ohne Moralzeigefinger oder Anklage schreibt Kästner vom auseinanderdriftenden Miteinander und von der Wehmut, die bleibt. Wo ist die Liebe hin und wieso liess sie sich nicht halten? Vielleicht, weil man sie zu lange für selbstverständlich erachtete?

*zitiert aus: Erich Kästner: Lärm im Spiegel, Atrium Verlag, Zürich 2017.

Erich Mühsam: Angst packt mich an

Erich Mühsam ( 1878 – 1934)

Angst packt mich an.
Denn ich ahne, es nahen Tage
Voll grosser Klage.
Komm du, komm her zu mir! –
Wenn die Blätter im Herbst ersterben,
Und sich die Flüsse trüber färben,
Und sich die Wolken ineinander schieben
Dann komm, du, komm!
Schütze mich –
Stütze mich –
Fass meine Hand an.
Hilf mir lieben!

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Projekt „Lyrische Helfer“ – Ein Gedichte, wenn man von Angst geplagt ist

Es ist nicht immer leicht, um Hilfe zu bitten, aber man kann und muss im Leben nicht alles alleine tragen. Oft fühlen wir uns klein und schämen uns unserer Nöte, aber: Hilfe anzunehmen hat nichts mit Schwäche zu tun, im Gegenteil.

Was tut mir gut?

Ich habe da dieses Problem. Ich studiere hin, studiere her, das Problem ist da und ich sehe keinen Weg hinaus. Tag und Nacht zermartere ich mir mein Hirn: Was könnte ich tun, das Problem zu bewältigen? Wie ich es drehe und wende: Ich sehe keine Möglichkeit. Es bleibt bestehen.

Das Problem hat eine Geschichte erhalten, ich habe sie ihm gegeben. Indem ich meine ganzen Gedanken um das Problem kreisen liess, wurde es zu meinem Leben.

Nur: Mein Leben besteht noch aus viel mehr. Wieso nicht das Ganze betrachten und das Problem dann da einordnen? Als Teil des Ganzen, aber niemals alles.

Manchmal hilft es, aufzuschreiben, was alles gut ist im Leben. Das Problem auf die eine Seite der Tabelle, auf die andere Seite all die guten Dinge. Auch die – und vor allem die – welche wir gerne als selbstverständlich sehen: Dach über dem Kopf, gutgesinnte Menschen, etc.

Damit ist das Problem nicht bewältigt, es besteht weiter. Mit der Kraft des Guten im Leben und der richtigen Relation des Problems können wir dieses nun genauer anschauen und schriftlich analysieren:

  • Wie genau lautet das Problem?
  • Was für einen Einfluss hat es auf mein Leben?
  • Was wäre, wenn das Problem nicht lösbar wäre? Im schlimmsten Fall?
  • Wie fühle ich mich bei dem Gedanken?
  • Kann ich das Problem in Teilprobleme aufteilen, die leichter zu lösen sind’
  • Wenn sich das Problem nicht lösen lässt: Kann ich mich vom Problem lösen?
  • Was wäre ein Alternativleben, in dem das Problem keines wäre?
  • Kann ich das realisieren?
  • Was brauche ich dazu?
  • Wo kriege ich es?

Vielleicht sieht man keine Lösung. Trotz all der Fragen überzeugt keine Antwort. Dann gibt es noch die letzte Frage:

  • Was tut mir gut?

Wir haben gesehen, dass das Problem da ist, sich im Moment nicht lösen lässt. Wir haben aber auch gesehen, dass das Problem nur ein Teil ist. Neben diesem Teil existiert noch ganz viel – vieles, wofür wir dankbar sein können. Wieso also nicht das ganz bewusst ausbauen?

  • Was hat mir in der Vergangenheit gut getan? Was davon kann ich wiederholen?
  • Wer tut mir gut? Kann ich diese Menschen mehr um mich haben?
  • Wie kann ich mir selber etwas Gutes tun?

Ab und an verabschieden sich Probleme klammheimlich, wenn wir uns auf die guten Dinge konzentrieren im Leben. Und selbst wenn sie bleiben, haben sie ihren Stellenwert zurück: Sie sind ein Teil, aber nicht das Ganze.

 

Es lebe die Disziplin – oder: Ein selbstbestimmtes Leben leben

Einfach mal loslassen, dann wird das Leben leichter. Einfach mal Disziplin haben, dann erreichst du auch, was du willst. Einfach mal mit Liebe agieren, dann lieben dich auch die anderen und dir geht es gut. Einfach mal vergeben, was passiert ist, dann fühlst du dich gleich besser. Einfach mal….

Es gibt so viele gute Ratschläge und ja, sie haben alle recht. Man liest sie immer wieder, denkt bei sich, wie wahr sie sind. Und weiss es eigentlich. Und dann… kommt das Leben so real und man tut, was man immer tat und merkt hinterher: Mist, das wusste ich doch besser. Eigentlich.

Unser Leben findet ganz oft auf unbewussten Bahnen statt, indem wir reagieren, bevor wir eigentlich realisiert haben, was Sache ist. Das ist der Evolution geschuldet, wo es nicht förderlich war, lange zu überlegen, ob man nun als Gazelle davonrennen sollte, wenn ein Löwe kommt.

Einiges an Mustern kriegen wir schon durch die Gene mit, anderes lernen wir aus Erfahrung. Ganz selten reagieren wir direkt aus dem Moment heraus. Wir sind quasi eingefahren in vorgefrästen Spuren, die wir abspulen wie eine Schallplatte ihre Rillen hat, die dann von der Nadel verfolgt werden.

Nun sind wir nicht blöd und lesen und lernen, und merken, was uns gut tun würde. Und wir stimmen allen Theorien zu, propagieren sie oft gar… und merken dann im Leben, dass es nicht ganz so einfach ist. Ein Vorsatz ist schnell gefasst, ihn umzusetzen ist Knochenarbeit. Und ja, so geht es auch mir. Ich turne täglich mein Sportprogramm durch, im Wissen, dass ich mich danach besser fühle. Da ich dafür relativ früh aufstehen muss, um es vor meinem restlichen Tag durchzubringen (später hätte ich weder Zeit und noch weniger Lust dazu), gibt es jeden Morgen einen kurzen Moment, an dem ich (nicht wirklich positiv) innehalte und mich frage: „Muss das heute wirklich sein?“ Ich stelle mir die Frage nie ernsthaft, sondern stehe dann sofort auf und tue, was getan werden muss. Man nennt es Disziplin. Sie ist gross und wichtig und ich bin dankbar, sie zu haben. Gäbe es eine Tugend, die ich als fördernswert erachten würde, wäre es Disziplin. Mit ihr lässt sich eigentlich alles andere erreichen. Weil man durchbeisst.

Disziplin allein hilft aber nichts. Vor dieser steht die Frage:

Was will ich im Leben wirklich erreichen?

Und danach:

Welchen Preis kann und will ich dafür bezahlen?

Ganz oft ist der Preis, den wir bezahlen, viel zu hoch für das, was wir anstreben. Wie viele Frauen kauen lustlos auf geschmackslosen Salatblättern rum, um ja kein Gramm zuzunehmen? Und: Hätte je ein Mann sie von der Bettkante gestossen, nur weil der Bauch nicht nach innen, sondern nach aussen zeigte? Ich plädiere hier nicht für masslose Völlerei, sondern schlicht dafür, die eigenen Massstäbe mal zu hinterfragen.

Der Blick aufs eigene Leben ist wichtig und wertvoll: Was tue ich tagtäglich und was tue ich mir damit an? Tue ich mir was Gutes oder quäle ich mich ohne ersichtlichen Grund? Ein Leben, das nicht zu mehr Wohlgefühl führt, ist kein Leben sondern eine Plackerei. Schau also, was dir gut tut und tu es. Das heisst nicht, dass das immer einfach ist. Ab und an ist die Schokolade zuviel und der Salat wäre angemessener. Aber: Nur noch Salat kann kein Leben sein (und ja, ich liebe Salat, ich steh nicht so auf Süsses… und doch….).

Das Leben ist kein Ponyhof. Aber ab und an braucht es schlicht eine Selbstüberwindung. Man wird dafür mit einem guten Gefühl belohnt. Das lässt sich sogar chemisch messen mit gewissen Hormonen, die dann quasi im Dreivierteltakt tanzen und für Hochstimmung sorgen. Nur: Die Hochstimmung ist situativ und damit zeitlich begrenzt. Wichtig ist bei allem immer die Frage:

Ist der Preis, den ich dafür zahle, zu hoch?

Wenn auf mittlere und lange Frist die Lebensqualität leidet für ein kurzes Zwischenhoch, so berauschend es auch sein mag, ist er dies sicher. Dann befindet man sich im Grunde genommen auf der Stufe eines Süchtigen, der für einen selig machenden Schuss die Zukunft aufs Spiel setzt. Ob man das wirklich tun will, muss jeder selber entscheiden. Und ja, auch wenn man merkt, dass man es nicht will, ist der Weg, das zu ändern, nicht immer leicht.

Verhaltensänderungen sind immer schwer, brauchen Zeit, Geduld und Mut. Es sind oft Täler zu überwinden, kurzfristige Bestätigungen müssen ignoriert werden, Unangenehmes durchgezogen. Die gute Nachricht: Es ist möglich. Die schlechte: Keiner sagte, es sei leicht.

Umlernen ist ein Prozess. Das geht in Schritten:

  • Erkennen, was ist
  • Vergleichen, wie es in die eigenen Lebenseinstellungen passt
  • schauen, wie es wirklich passen würde
  • Wege finden, die Lücke zu schliessen
  • den Weg gehen
  • nach falschen Abbiegungen zurückkommen
  • weitergehen

Und das immer wieder neu. Und so stehe ich jeden Morgen auf, absolviere mein Sportprogramm, weil ich weiss, dass ich mich danach besser fühle. Zwar weiss ich das verstandesmässig schon beim Aufstehen, doch vom Gefühl her regiert noch die Bequemlichkeit und Trägheit. Da hilft nur eines: Augen zu und durch. Je länger ich das durchziehe, desto mehr wird es zur Gewohnheit, zu einer, die ich selber gewählt habe. Auf diese Weise werde ich zum Steuermann in meinem eigenen Leben und lasse mich nicht von unbewussten Gewohnheiten leiten.

Dinge erreichen, Gewohnheiten durch selbstgewählte ersetzen zu können gibt ein Gefühl der Selbstwirksamkeit und Zufriedenheit. Zudem wächst das Selbstvertrauen und die Motivation, weitere Ziele anzupacken und die Zuversicht, sie auch erreichen zu können.

Umgang mit Leid

(Buddhismus to go: Die vier edlen Wahrheiten)

Geht man nach dem Buddhismus, so bringt das Leben vor allem eines: Leiden. Das mag auf den ersten Blick gar pessimistisch und negativ klingen, ist aber gar nicht so gemeint. Und vor allem: Es gibt eine Lösung, wie mit diesem Leiden umzugehen:

Die vier edlen Wahrheiten
1. Leiden existiert
2. Leiden hat eine Ursache
3. Es gibt ein Ende des Leids
4. Es gibt einen Weg, das Leid zu beenden

Quasi ein Vier-Stufen-Weg hin zum leidfreien Zustand. Das klingt natürlich nun gar einfach und das ist es auch – und wieder nicht. Denn: Einen Weg muss man immer gehen. Und um ihn zu gehen, braucht es einen Rucksack mit dem richtigen Proviant. Hier ist es der achtfache Pfad. Er ist Weg und Proviant in einem. Er beinhaltet all die Zutaten, die wir brauchen, um uns vom Leid zu befreien.

Aber der Reihe nach:

Der erste Schritt ist, das Leid zu benennen und als solches zu akzeptieren. Es ist wie es ist: Wir leiden. Das können wir nun nicht sofort ändern. Indem wir das Leid als solches annehmen, verhindern wir aber, dass noch mehr Leid entsteht. Wir versinken nicht in Selbstmitleid (sehr leidvoll), hadern und schimpfen nicht auf das Schicksal (auch nicht wirklich erbaulich) und beschuldigen auch nicht unsere gesamte Umwelt, verantwortlich für unser Leid zu sein (Unsinn und bringt nichts). Wir sehen, dass da dieses Leid ist, wir schauen es genauer an. Und wir wissen:

Das Leid hat eine Ursache. Das ist der zweite Schritt. Martin Heidegger sagte einst den Satz vom Grund: Nichts ist ohne Grund. So auch unser Leiden nicht. Ohne die Ursache zu kennen, wird es schwer, das Leid zu beseitigen. Irgendetwas hat uns an diesen Punkt geführt, an dem wir heute sind. Das gilt es herauszufinden. Dann sind wir auf dem besten Weg, dann können wir hoffen und auch wissen:

Es gibt ein Ende des Leidens. Schritt Nummer drei. Was würde es bedeuten, frei von diesem Leid zu sein? Was müsste weg, wie wäre das Leben ohne dieses Leid? Man könnte die vier edlen Wahrheiten mit der Arbeit eines Arztes vergleichen. Maitreya hat das im Uttaratantra getan:

Genauso wie eine Krankheit diagnostiziert werden muss,
die Ursache beseitigt werden muss,
die Gesundheit wiederhergestellt werden muss,
und die Medizin eingenommen werden muss,
genauso müssen Leid, Ursachen des Leids,
die Beendigung des Leids und der Weg erkannt,
beseitigt, erlangt und befolgt werden.

Wir kommen also zu Schritt vier:

Es gibt einen Weg dahin. Und: Wir können ihn gehen. Es ist der edle achtfache Pfad, der sich zusammensetzt aus:

1. Rechter Ansicht: Die Erkenntnis, was wirklich ist, frei von Unwissen, Illusionen, Vorstellungen
2. Rechte Absicht: Den richtigen Motiven folgen
3. Rechte Rede: Angemessen und wahrhaftig sprechen
4. Rechts Handeln: Das Richtige tun, ethischen Grundsätzen und Werten folgend
5. Rechter Lebenserwerb: Nichts tun, das anderen schadet
6. Rechte Anstrengung: Sich auch wirklich ins Zeug legen, ohne sich zu überfordern (das richtige Mass wahren)
7. Rechte Achtsamkeit: Präsent sein im Hier und Jetzt, die Dinge bewusst tun
8. Rechte Konzentration: Sich auf das konzentrieren, was man tut

Das Leben wird uns sicher immer wieder Knüppel zwischen die Beine werfen, Leid lässt sich nicht vermeiden und wir haben die Vermeidung ganz oft auch nicht in der Hand. Was wir aber in der Hand haben, ist, wie wir darauf reagieren. Wir können uns so verhalten, dass wir nicht noch mehr Leid für uns und andere schaffen durch unangemessenes Verhalten. Dabei hilft uns dieser achtfache Pfad. Dafür müssen wir nicht mal Buddhisten sein, denn es sind Ratschläge, die sich in vielen Philosophien dieser Welt in einer ähnlichen Form finden. Es sind lebenspraktische Anweisungen, das Leben als ein gutes Leben zu leben.

 

Lyrische Helfer: Hermann Hesse „Bücher“

Bücher

Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück,
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.

Dort ist alles, was du brauchst,
Sonne, Stern und Mond,
Denn das Licht, danach du frugst,
In dir selber wohnt.

Weisheit, die du lang gesucht
In den Bücherein,
Leuchtet jetzt aus jedem Blatt –
Denn nun ist sie dein.
(Hermann Hesse, 1918)

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Für das Projekt „Lyrische Helfer“ – Gedichte für glückliche Zeiten oder wenn man das Glück sucht

Wir alle wollen glücklich sein und tun auch sehr viel, das Glück zu finden. Wir denken, wir müssen etwas bestimmtes haben, leisten oder erreichen, damit das Glück in unser Leben kommt, suchen es bei Menschen, in Büchern, gar in Therapien. Wir sind wie der Bauer, der aufbricht, um einen Schatz zu finden und nicht merkt, dass dieser im eigenen Garten schon da gewesen wäre, er hätte ihn nur sehen und giessen müssen.

Wir sind wie ein Garten, in uns ist alles Gute (und auch anderes) angelegt. Wir entscheiden, was davon wir giessen und zum Wachsen bringen. Wenn wir in uns die guten Anlagen wie Liebe, Mitgefühl und Güte giessen, wird sich das Glück von selber einstellen. Glück findet sich nicht im Aussen, wir können es nicht erreichen. Es ist schon da, wir müssen es nur sehen und wachsen lassen.

Wege zu mehr Gelassenheit – Was wir von den Stoikern lernen können

Wie komme ich zu mehr Gelassenheit im Alltag? Wie kann ich auf die auch ab und an schwierigen Situationen im Leben angemessen reagieren? Wie wird mein Leben leidfreier? Die Stoiker, Philosophen aus dem alten Griechenland und Rom, geben uns in ihren Schriften noch heute aktuelle und lebenspraktische Anleitungen zur Lebenskunst.

Termine:
Kurs 1: 10., 17., 24. April 10 – 11.30

Kurs 2: 30. Mai, 6., 13. Juni 18 – 19.30

Ort:
St. Gallen, Nähe Bahnhof

Anmeldung: HIER

Was ist Philosophische Begleitung / Philosophisches Coaching?

  • Wo stehe ich im Leben?
  • Wie will ich leben?
  • Was kann ich dafür tun?
  • Was für ein Mensch bin ich?
  • Bin ich der Mensch, der ich sein kann?

Wenn wir im Leben anstehen, fühlen wir uns oft richtig aus der Bahn geworfen an: Wir sind vom Weg abgekommen, etwas ist in Unordnung geraten. Was wir anstreben, ist Ordnung, ist ein Leben, das wir als gelingendes, als rundes, stimmiges bezeichnen für uns. Nur sehen wir den Weg dahin oft nicht.

Wir können uns das Leben wie ein Pult vorstellen. Wenn sich Blättergeigen türmnen, alles drunter und drüber liegt, finden die einen gar nichts mehr, für die anderen ist das erst der passende Arbeitsplatz. Wir haben unterschiedliche Ansprüche an eine für uns passende Ordnung, so dass wir zuerst die Unordnung analysieren und feststellen müssen, was wir selber unter Ordnung verstehen – und wieso wir das so sehen. Hier setzt die Philosophische Begleitung, das Philosophische Coaching an:

Dein Leben scheint gerade aus den Fugen? Du hast keine Kraft mehr, fühlst dich am falschen Platz, bist von deinem Partner verlassen worden oder weißt nicht, ob du gehen sollst? Ein lieber Mensch liegt im Sterben oder du erlebst dein Leben schlicht nicht als sinnvoll? Du hast viele Fragen und wenige Antworten? Du weißt nicht, wie mit einer Situation umgehen oder wie zu einer Entscheidung zu gelangen? Du sehnst dich nach Ordnung, doch überall siehst du nur Chaos?

Am Anfangt steht deine Erzählung: Was in deinem Leben bereitet dir Sorgen? Wo stehst du an? Zusammen versuchen wir, im Dialog weiter und tiefer zu gehen, prüfen deine Geschichte von allen Seiten. Das kann zu neuen Perspektiven führen, auch neue Wege zeigen. Wichtig dabei ist, dass wir auf Augenhöhe kommunizieren. Deine Situation ist einzigartig, weil du es bist. Da hilft keine vorgefertigte Methode oder Anleitung. Dein individuelles Problem verdient eine massgeschneiderte Lösung. Und ich werde dich auf dem Weg begleiten, diese zu finden und umzusetzen.

Philosophisches Coaching kann helfen bei

  • Entscheidungsunsicherheiten
  • Burnouttendenzen
  • Scheidung
  • Verluste
  • Tod
  • Umbrüche im Leben
  • Psychische Belastungen

Behandelt werden Lebensthemen wie

  • Wie will ich leben?
  • Was bin ich für ein Mensch?
  • Wie lebe ich Beziehungen?
  • Was ist ein gelingendes Leben?
  • Was kann ich tun?
  • Was schulde ich anderen?
  • Was schulde ich mir selber?
  • Was ist Glück?
  • Wie kann ich mehr Freude in mein Leben bringen?
  • Wie komme ich zu mehr Gelassenheit?
  • Wie kann ich vergangene Wunden heilen?
  • Wie entwickle ich mehr Resilienz?

Zum Angebot: Philosophische Begleitung / Philosophisches Coaching

Die Kraft des Schreibens (Journaling)

Das irgendwann als langweilig empfundene Tagebuchschreiben ist dem heute modernen Journaling gewichen. Was geblieben ist, ist der positive Effekt, den das Schreiben für das eigene Leben haben kann.

Ich habe eine Zeit lang das gemacht, was man expressives Schreiben nennt: ich schrieb ohne gross nachzudenken, ohne den Stift je abzusetzen, drauf los und war immer selber überrascht, was dabei rauskam. Diese Art des Schreibens hat mir viel gezeigt, das mir nicht wirklich bewusst war, das aber doch in der Tiefe verborgen lag. Heute bin ich dazu übergegangen, gezielter vorzugehen:

Ich schreibe strukturierter, nutze spezifische Fragen, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Ich versuche, Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, Situationen zu analysieren. Schreiben hilft mir, mir selber auf den Grund zu gehen, meine Muster und Verhaltensweisen besser verstehen zu lernen und gegebenenfalls neue Wege zu finden, in ähnlichen Situationen anders zu reagieren.

Eine Übung, die ich seit einiger Zeit regelmässig mache, sind die Gedanken zum Tagesabschluss. Vor allem das Nachdenken  darüber, wofür ich an diesem Tag dankbar bin, hat mir über die Zeit hinweg geholfen, allgemein eine positivere Sicht aufs Leben zu entwickeln. Es gibt an jedem Tag viel, wofür wir dankbar sein können – wir müssen es nur sehen.

Legen wir los:
Was braucht es zum Journaling? Eigentlich nichts ausser einem Stift, einem Notizbuch und etwas Zeit. Ich mach es mir gerne mit einer Tasse Tee gemütlich, zünde eine Kerze an, um mich mit diesem Ritual aufs Schreiben einzustimmen. Was ich auch mag, sind schöne Notizbücher, da dann der Anreiz, es in die Hand zu nehmen, noch grösser wird. Und schon kann es losgehen.

Im folgenden stelle ich drei unterschiedliche Möglichkeiten fürs Journaling vor:

Start in den Tag
Stelle den Wecker 10 Minuten früher und mach es dir mit deinem Journal bequem. Wenn noch etwas aus der Nacht nachhängt, schreib es auf, dann starte mit den Tagesgedanken:

  • Was erwartest du vom heutigen Tag?
  • Was wünschst du dir für den heutigen Tag?
  • Was kannst du tun, dass es für dich ein guter Tag wird?

Ausklang des Tages
Mache es dir mit deinem Journal bequem und lasse den Tag Revue passieren:

  • Was ist dir heute gut gelungen?
  • Was ist dir heute nicht gut gelungen?
    • Was ist passiert?
    • Wie kam es dazu?
    • Wie hast du dich dabei gefühlt?
    • Was könntest du tun, dass das so nicht nochmals passiert?
    • Wie kannst du dir verzeihen?
  • Für welche drei Dinge bist du heute dankbar?

Fragen ans Leben
Es gibt immer wieder Zeiten, in denen das Leben nicht rund läuft. Gerade in Krisen kann ein Journal eine gute Stütze sein, weil man sich beim Schreiben intensiver mit allem auseinander setzt. Das kann auf den ersten Blick auch Angst machen, da man gerade die negativen Gefühle eher meiden will, statt noch drin rumzustochern. Nur: Negative Gefühle gehen nicht einfach weg. Wenn du dich ihnen nicht stellst, werden sie um Unterbewussten ihr Unwesen treiben und dir das Leben schwer machen.

Fragen bei einer Lebenskrise

  • Was belastet mich?
  • Wie kam es zu dieser Krise? Was war der Auslöser?
  • Was genau ist schwer für mich dabei?
  • Welche Gefühle habe ich?
  • Wie spüre ich sie im Körper?
  • Was ist mein Anteil an der Krise?
  • Kann ich aus dieser Krise etwas lernen?
  • Was könnte mir nun in der Situation helfen?
  • Schaffe ich das alleine oder kann mir jemand helfen?

Fragen bei Auseinandersetzungen

  • Was ist passiert?
  • Wie kam es dazu?
  • Wie fühlte ich mich in der Auseinandersetzung?
  • Wo spürte ich die Gefühle im Körper?
  • Wie fühle ich mich jetzt nach der Auseinandersetzung?
  • Was war mein Anteil an der Auseinandersetzung?
  • Was genau traf bei mir einen wunden Punkt?
  • Woher habe ich diesen wunden Punkt?
  • Hätte ich besser reagieren können?
  • Kann ich mir und dem anderen verzeihen? Was brauche ich dazu?
  • Was hilft mir jetzt, um mich besser zu fühlen?

Durch diese Fragen ist nicht automatisch alles wieder gut, auch sind nicht alle negativen Gefühle einfach weg. Das Schreiben kann aber helfen, sich der eigenen Gefühle bewusster zu werden und zu lernen, besser damit umzugehen. Es kann dabei helfen, Gefühle anzunehmen, statt sie nur zu verdrängen. Nur angenommene Gefühle kann man verarbeiten und gestärkt weiter gehen.