31. Januar

Der Wunder grösstes ist die Liebe. (August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

Dass etwas so schön ist, so wertvoll, so licht- und freudvoll, ist ein Wunder. Dass etwas so viel Kraft und Macht hat, dass es Berge versetzen und Menschen glücklich machen kann, ist ein Wunder. Dass etwas so grundlegend ist und doch so erhebend, ist ein Wunder.

Das Wunder leben zu dürfen, das Wunder erfahren zu dürfen, sollte drum nie gering geschätzt werden, sondern täglich mit Dankbarkeit und auch Demut erfüllen.

Im Buddhismus gibt es eine wunderbare Meditation:

Die Metta Meditation

(Metta heisst so viel wie liebende Güte, Liebe)
Zuerst wendet man sich an sich selber:

Möge ich glücklich sein.
Möge ich mich sicher und geborgen fühlen.
Möge ich gesund sein.
Möge ich unbeschwert leben.

Dann an einen lieben Menschen:

Mögest du glücklich sein.
Mögest du dich sicher und geborgen fühlen.
Mögest du gesund sein.
Mögest du unbeschwert leben.

Dann an alle lebenden Wesen:

Mögen alle Wesen glücklich sein.
Mögen sich alle Wesen sicher und geborgen fühlen.
Mögen alle Wesen gesund sein.
Mögen alle Wesen unbeschwert sein.

Anleitung zur Meditation:
Einen aufrechten Sitz einnehmen, die Augen schliessen, tief und bewusst in den Bauch atmen, zur Ruhe kommen. Dann ganz bewusst diese Worte sprechen. Es gibt auch Anleitungen im Netz, so dass man die Worte nachsprechen kann. Oder aber man nimmt sie auf und hört sie dann zur eigenen Meditation an.

30. Januar

Ohne Liebe sind wir uns selbst zur Last. Durch die Liebe tragen wir einander. (Augustinus Aurelius)

Wer ohne Liebe lebt, lebt ohne Freude. Ohne Liebe ist das Leben leer, oder:

Ohne Liebe ist alles nichts.

Wie könnte ich leicht und fröhlich durchs Leben gehen, gäbe es die Liebe nicht? Ist nicht ein liebendes Herz die Basis aller Leichtigkeit?

Im Yoga gibt es herzöffnende Stellungen. Ihnen liegt der Gedanke zu Grunde, dass, wenn wir das Herz öffnen, Liebe und Licht einströmen können. Wenn das Leben wieder mal schwer und düster erscheint: Öffnen wir unsere Herzen und lassen das Schöne einströmen, Liebe ein- und ausströmen. Und mit der Liebe fühlt sich vieles wieder leichter an.

29. Januar

Paradoxerweise ist die Fähigkeit, allein zu sein, die Bedingung dafür, in der Lage zu sein, zu lieben. (Erich Fromm)

Menschen fliehen oft vor dem Alleinsein. Wie viele Beziehungen werden aufrecht erhalten, nur um nicht allein sein zu müssen. Im Alleinsein wäre man auf sich selbst zurückgeworfen. Man wäre mit sich konfrontiert und müsste sich dem stellen. Das macht vielen Menschen Angst. Und so suchen sie Ablenkung im Aussen, suchen Unterhaltung durch andere.

Die Flucht vor sich selber lässt den anderen zum Mittel zum Zweck werden: Er ist dazu da, mich vor mir selber zu schützen. Er soll mich so ablenken, dass ich mich nicht mit mir selber befassen muss. Liebe aber darf nie den anderen zum Mittel machen. Und: Liebe ist die Begegnung von Ich und Du. Was aber, wenn ich mich selber gar nicht kenne, weil ich mich nicht traue, hinzusehen? Womit begegne ich dann dem anderen? Trete dann wirklich ich als ich in Beziehung oder nur das, was ich von mir zeigen will, das, was ich als akzeptable Form meiner selbst anerkenne?

28. Januar

Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die grösste unter ihnen. (1. Korinther 13)

Manchmal spricht ein Zitat für sich:

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe, mich zu rühmen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,
sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,
sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;
sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Die Liebe höret nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

 

26. Januar

Es ist, was es ist, sagt die Liebe. (Erich Fried)

Liebe kennt keine Bedingungen. Sie braucht keine Moral. Liebe ist. Liebe sucht nichts, will nichts, fordert nichts, opfert nichts, Liebe ist. Wie sie ist. Weil sie ist. Liebe kennt keine Grenzen, kein Alter, keine Hautfarbe. Liebe braucht keine Gründe. Liebe ist.

Ohne Liebe ist alles nichts.

25. Januar

Liebe ist die tätige Sorge um das Leben und das Wachstum dessen, was wir lieben. (Erich Fromm)

Liebe ist Sorge – der Gedanke findet sich schon bei Aristoteles: Wir sorgen uns um den, den wir lieben, wollen das Beste für ihn, möchten das Unsere dazu beitragen, dass er es erreicht. Sorge aus Liebe ist nie ein Opfer oder eine Aufopferung gar, sie ist ein Tun aus dem Herzen heraus.

Sorge aus Liebe ist auch nicht nur selbstlos, da es dem, der liebt, auch besser geht, wenn es dem Geliebten gut geht. Trotzdem ist sie auch nicht purer Egoismus, denn die Sorge geschieht nicht aus dem Grund, dass es einem selber gut geht, sondern die Sorge um den anderen ist Selbstzweck, so wie die Liebe einer ist.

24. Januar

Wer liebt, vollbringt selbst Unmögliches. (Buddha)

Liebe kann Berge versetzen, Liebe lässt uns stark sein, auch wenn die Umstände schwierig sind. Wer liebt, schöpft aus dem Vollen des Herzens. Wer liebt, will alles möglich machen, was in seiner Macht liegt – und wenn es dem Geliebten hilft, am liebsten auch alles weitere. Aus diesem Antrieb heraus versucht, wer liebt, das Unmögliche – und macht es ab und an möglich.

23. Januar

Ein liebevolles Herz ist der Anfang allen Verstehens. (Thomas Carlyle)

Wenn wir miteinander sprechen, geht es uns oft darum, dem anderen unsere Gedanken und Meinungen mitzuteilen. Wenn er etwas sagt, sind wir schon damit beschäftigt, eine Entgegnung bereit zu legen innerlich. Auf diese Weise hören wir nicht nur nicht, was er wirklich sagt, wir lernen auch nichts Neues, denn: Unsere Argumente kennen wir ja schon, seine wären neu. Und: Wir verstehen nicht nur nicht, was er sagt, sondern auch nicht, wieso er es sagt.

Um wirklich verstehen zu können, müssen wir selber still werden, zuhören, hinschauen. Verstehen bedarf der Offenheit für das, was ist, unabhängig von eigenen Prägungen und Interpretationen. Diese kommen uns oft in die Quere beim Zuhören, indem wir mehr von uns selber in das legen, was wir erfahren, als dieses so sehen, wie es sich wirklich zeigt.

Liebe öffnet unser Herz. Liebe lässt uns den anderen als den nehmen, der er ist, ohne ihn verändern zu wollen. Liebe kann uns so auch helfen, wirklich hinzuschauen, wahrzunehmen und schliesslich zu verstehen.

22. Januar

Willst du geliebt sein, so liebe. (Hekaton von Rhodos)

Gleiches zieht Gleiches an. Es gibt das Sprichwort, dass es so aus dem Wald ruft, wie man hineinruft. Das Geheimnis der Resonanz trifft auch auf die Liebe zu. Liebe erfährt der, welcher selber Liebe geben kann. Liebe ist keine Einbahnstrasse. Liebe nimmt auch nicht ab, wenn man sie verteilt, sondern Liebe verdoppelt sich. Es lebt der in einer liebevollen Welt, in einer Welt, in der er geliebt wird, der auch Liebe aussendet. Und würden das alle Menschen tun, wäre die Welt eine bessere.