7. Januar

Wenn auf der Welt die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich. (Aristoteles)

Liebe ist immer von Mensch zu Mensch, sie spricht von Herz zu Herz. In Indien begrüsst man sich mit dem Wort „Namaste“. Es heisst soviel wie:

Das Göttliche in mir grüsst das Göttliche in dir.

Das Göttliche ist gemeint als das, was in uns wohnt, der Kern, das, was immer ist und nie vergeht. Es ist kein Gott im Sinne eines barmherzigen und allwissenden, es ist eher so eine Haltung. Etwas, das uns ausmacht.

Was, wenn es Liebe wäre? Und die aus uns allen spräche? Wozu bräuchten wir dann noch Gesetze?

6. Januar

Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. (Christian Morgenstern)

Es ist die innere Haltung, die bestimmt, wie wir die Welt sehen. Schauen wir mit Liebe darauf, erscheint sie liebenswert, schauen wir im Ärger drauf, sehen wir alles, was uns noch mehr ärgert.

Wenn wir also wieder mal durch die Welt gehen und alles ärgerlich erscheint, hilft ein Blick ins eigene Innere: Tragen nicht wir selber die Ärgernisse in uns, die wir in der Welt sehen?

5. Januar

Wenn du damit beginnst, dich denen aufzuopfern, die du liebst, wirst du damit enden, die zu hassen, denen du dich aufgeopfert hast. (George Bernhard Shaw)

Du lernst jemanden kennen, verliebst dich. Es ist schön. Nun bloss nichts falsch machen. Den darfst du nicht verlieren, denn: Du liebst ihn doch so. Und so tust du ihm hier was zu lieb, machst es ihm da recht, steckst gerne auch mal zurück. Und natürlich findet er das toll. Er merkt ja nicht, was du tust, er denkt, es passt grad so. Für beide. Nur du… du warst nicht ganz du. Du hast immer wieder Teile von dir verleugnet, unterdrückt. Und das nagt. Erst leise, dann lauter. Und dann wirfst du es ihm vor. Es passierte ja seinetwegen. Nur:

Wieso liessest du es geschehen? Wieso dachtest du, dass du so, wie du bist, mit den Ansprüchen und Bedürfnissen, die du hast, nicht liebenswert seist? Wenn dich jemand nur liebt, weil du bist, wie er will, und tust, was er will: Liebt er dich wirklich? Und: Ist dir das genug? Ist es vor allem Grund genug, dich selber aufzugeben?

4. Januar

Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse. (Friedrich Nietzsche)

Liebe kennt keine Bedingungen, sie hat keine Gründe. Liebe ist. Was man aus Liebe tut, ist jenseits aller Berechnung. Aus Liebe handelt man von tief drin, aus dem Herzen. Was aus Liebe geschieht, ist jenseits von Moral und Gesetz. Und ist es nicht so, war keine Liebe im Spiel.

2. Januar

Wo Liebe wächst, gedeiht Leben – wo Hass aufkommt, droht Untergang. (Mahatma Gandhi)

Achte darauf, was du aussäst, denn du wirst das Entsprechende ernten. Das fängt schon bei den eigenen Gedanken an: Wenn wir Negatives denken, müssen wir uns nicht wundern, wenn die Welt um uns in dunkles Licht gehüllt ist. Wie soll man Licht sehen, wenn man nur Dunkelheit aussendet? Wie könnte man auf Gutes hoffen, wenn man Böses aussendet? Hass wird nie ein fruchtbarer Boden für Schönes und Gutes sein.

Buddha sagte:

Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.

In was für einer Welt also wollen wir leben? In einer, in der Hass und Dunkelheit regieren, oder aber in einer, die auf Liebe baut?

 

1. Januar

Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen. (Albert Schweitzer)

Erfolg, Geld, Ehre, Ruhm, Macht – alles Dinge, nach denen viele Menschen tagtäglich streben. Wie oft denkt man, glücklich zu sein, wenn man nur erst etwas erreicht? Wie oft will man sich und anderen etwas beweisen? Wir denken, Leistung sei, was zähle, glauben, sie mache uns liebenswert. Nur: Liebenswert sind wir nicht durch unsere Leistung, sondern durch unser Sein. Und wenn dieses auf Liebe baut und aus Liebe handelt, hinterlässt es Spuren auf dieser Welt – und bleibt dadurch ein bisschen ewig.